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Sammlungen

Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Sammlung Kyriss

Ihren Anfang nahm seine Durchreibungssammlung 1929 in Stuttgart. Die letzten Durchreibungen datieren aus dem Jahr 1973. In über 50 Städten besuchte Ernst Kyriss mehr als 90 Bibliotheken und Archive vorwiegend in Süddeutschland. Es ging ihm vor allem um Identifizierung von Buchbinderwerkstätten und die möglichst vollständige Erfassung des von ihnen benutzten Stempelmaterials.

Die Sammlung umfasst 357 Mappen, insgesamt dürften darin 20-25.000 Blätter mit jeweils mehreren Durchreibungen von Stempeln aufbewahrt werden.

Das Standardwerk Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet (Stuttgart 1951-58) enthält lediglich einen kleinen Teil des von Kyriss erfassten Materials.

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Ernst Kyriss hat sich mehr als vier Jahrzehnte mit gotischen Einbänden befasst und in mehr als 50 Städten mehr als 90 Bibliotheken und Archive besucht, dort annähernd 50 000 Bände beschrieben, bibliographisch erfasst und die Einbandstempel durchgerieben.

Sein Arbeitsschwerpunkt lag im süddeutschen Raum, in der Schweiz und in Österreich. Aber auch in Berlin, Bremen, Fulda, Halle, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Merseburg, Rostock und Wolfenbüttel, sowie in Krakau, Olmütz und Prag hat er Bibliotheken besucht.

Und es ist eine reiche Ernte geworden:

20.000 bis 25.000 Blätter mit Durchreibungen sind es insgesamt. Das gesamte Material wurde und wird bis heute in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart in mehr als 400 Mappen aufbewahrt, die nach dem Alphabet der besuchten Städte aufgestellt sind.

Das ist die ursprüngliche Ordnung, die sich für Kyriss ganz selbstverständlich aus der jahrelangen Arbeit ergab. Parallel dazu legte er Ringbücher an - heute sind es 113 Exemplare -, in denen die Erschließung des Materials zu verfolgen ist. Als zusammengehörend erkannte Einbände sind hier unter Angabe von Signatur, bibliographischer Referenz, Name der Werkstatt und Abfolge der Stempelnummern festgehalten, die Kyriss für jede Werkstatt vergab.

Das rasch anwachsende Material gab ihm bald Antworten auf die Frage, welche Werkstatt welche und wieviele Stempel verwendete.

Mit einer phänomenalen Gedächtnisleistung, einem stupenden Systematisierungsvermögen und einem an Besessenheit grenzendem Fleiß türmte er schließlich parallel zu den genannten Durchreibungen, die er in den genannten 400 Mappen archivierte, ein Konvolut von 31 Mappen mit mehr als 2.000 Blättern auf, in dem er - nach Werkstätten geordnet - alle Stempel in einer zweiten Durchreibung ohne weiteres bibliographisches Beiwerk zusammentrug. Er musste dazu viele Reisen in bereits besuchte Bibliotheken unternehmen, um einzelne Stempel noch einmal im Original durchreiben zu können.

Ernst Kyriss hat in seinem vierbändigen Werk

"Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet" (Stuttgart 1951-1958)

186 Buchbinderwerkstätten vorgestellt, von denen er insgesamt 7088 verschiedene Stempel durchgerieben und zugeordnet hatte.

Aus verlegerischen Gründen hat er jedoch nur 1711 der von ihnen verwendeten Einzelstempel und Rollen abgebildet. Die Bände sind nach ihrem Erscheinen zu einem der wichtigsten Arbeitsinstrumente der Einbandforschung des Spätmittelalters geworden.

Gleichwohl repräsentieren sie nur ein Bruchteil der annähernd 2.000 Werkstätten, die Kyriss in größeren und kleineren Gruppen erkannt hat. Und auch diese Zahl muss zunächst noch Schätzung bleiben. Ist jede Gruppe eine selbständige Werkstatt oder Teil einer anderen, vielleicht bekannten Buchbinderei?
Kyriss hatte auf viele Fragen noch keine Antwort.

Die veröffentlichten und die noch nicht veröffentlichten Durchreibungen, die Kyriss in den 31 Mappen gesammelt hat, stammen von fast 800 unbekannten Buchbindereien, des weiteren von 66 Klöstern, von 120 namentlich bekannten Buchbindern und 57 Werkstätten mit Initialen und Wappen.

Dazu kommen noch fast 300 weitere Werkstätten aus Nürnberg, Augsburg, Erfurt, Köln, Österreich, Frankreich, Italien, Böhmen, Krakau und Mähren, deren Originaldurchreibungen verloren sind.

Von diesen existieren nur Kopien aus den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, fotografische Papierabzüge oder Negative.

Es scheint darüber hinaus, dass diese Mappen nicht alle Abbildungen der Stempel aller Werkstätten enthalten. Manche Zusammenstellungen fehlen, ohne dass wir den Grund dafür kennen.

Die Einbandforschung zitiert z. B. "Kyriss 125: Evangelist" und bezieht sich dabei auf den gedruckten Kyriss.

Dort, im ersten Band der Verzierten gotischen Einbände, fügt Kyriss dem Eintrag 125. Evangelist noch den Zusatz Nr. 24 hinzu. Diese Zählung bezeichnen wir als "Interne Kyriss-Zählung". Und als solche taucht sie in der Einband-Datenbank wieder auf und wird künftig zitierfähig sein.

Die Zählung des gedruckten Kyriss wird ergänzend beibehalten, bei der Beschreibung der Stempel genannt und ist auch weiterhin recherchierbar.

Angesichts der beeindruckenden Menge unveröffentlichten Materials kommt - vor allem hinsichtlich der nur 1711 publizierten Stempel - für die Erfassung und Erschließung aller Stempel allein die originäre Kyriss'sche Zählung in Frage, der eine eigens entwickelte Struktur zu Grunde liegt.

Unbekannte, also nicht Klosterwerkstätten oder namentlich bekannte Buchbinder, ordnete Kyriss in alphabetischer Reihenfolge, beginnend mit 1 ff. So folgt z. B. auf Nr. 24 "Apostel schreibend" - so die ursprüngliche Form des späteren Evangelisten - mit Nr. 25 "ave maria I" usw. bis Nr. 220 "Zweige in Herzform".

Einzelne Städte und Regionen mit einer größeren Anzahl von weltlichen Werkstätten erhielten Sonderbereiche wie. z. B. Augsburg: die Nummern 251-288, Erfurt 330-360 oder Köln 501-554 etc.

Die bekannten Namen der Buchbinder kürzte Kyriss ab, indem er ein N (für Namen) voranstellte, dann folgte der erste Buchstabe des betreffenden Namens - für Hagmayer z. B. h, dann der zweite Buchstabe, jedoch nicht als Buchstabe sondern als Zahl entsprechend dessen Stellung im Alphabet - hier also 1 - und dann der dritte Buchstabe des Namens: ein g , d. h. bei Kyriss steht "Nh1g" für Johannes Hagmayer. Nach demselben Schema ist das Kürzel für die Werkstatt von Johannes Zoll "Nz14l". Daran schließt sich - getrennt durch einen Punkt - zweistellig die Nummer an, die Kyriss in seinen Mappen für den jeweiligen Stempel oder die jeweilige Rolle gewählt hat.

Bei den Klosterwerkstätten verfuhr Kyriss ähnlich: "b11a" steht für Blaubeuren, "b5n" für Benediktbeuren; gab es mehrere Klosterwerkstätten in einer Stadt, so wurden diese durch einen Appendix gekennzeichnet; dafür wurde der dritte Buchstabe weggelassen: "b1b" steht für Bamberg Benediktinerkloster, "b1d" für Bamberg Dominikanerkloster etc.

1881
Ernst Kyriss am 2. Juni in Brackenheim/Württemberg geboren

1899 - 1904
Studium des Bauingenieurwesens in Stuttgart und Berlin

1905 - 1908
Tätigkeit beim Tiefbauamt der Stadt Ulm/Donau

1908 - 1924
Regierungsbaumeister im Dienst der staatlichen Wasserstraßenverwaltung in Stuttgart 1. Mai 1924 Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen

1924 - 1928
Studium der Kunstgeschichte in München; erste Begegnung mit Inkunabeln in zeitgenössischen Einbänden, Beschäftigung mit der wissenschaftlichen Literatur zur Einbandkunde als Privatgelehrter und Erkenntnis, dass der spätgotische Einband im deutschen Sprachraum weitgehend unerforscht war. Erste Käufe als Grundstock seiner späteren Sammlung von spätgotischen und Renaissance-Bänden

1929
Beginn seiner systematischen Materialsammlung von Durchreibungen der Einbandstempel in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, in Köln, Nördlingen und Nürnberg

1929 ff.
Erste Veröffentlichungen zur Einbandkunde, denen bis zum Jahr 1971 noch mehr als 180 folgen werden

1930 - 1943
Fortsetzung der Einbandforschungen in Stuttgart, Ulm, Tübingen, Köln, Nürnberg, Augsburg, Luzern, Erlangen, Heilbronn, Bamberg, München, Rostock, Hamburg, Bremen, Halle, Leipzig, Merseburg, Wolfenbüttel, Regensburg, Neustadt/Aisch, Dillingen, Windsheim, Donaueschingen, Sigmaringen, Beuron, Eichstätt, Prag, Olmütz

1940
Promotion an der Universität Erlangen mit einer Dissertation über "Nürnberger Klostereinbände der Jahre 1433 - 1525"

1945 - 1972
Fortsetzung der Einbandforschungen in Esslingen/Neckar, Nürnberg, Lindau, Überlingen, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg/Breisgau und anderen deutschen Städten sowie in Zürich, Sankt Gallen, Krakau, Graz

1951- 1958
Ernst Kyriss veröffentlicht sein Opus magnum Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet in vier Bänden, das bald zum Standardwerk der Einbandforschung wird

1960/1961
Verkauf seiner Materialsammlung mit mehr als 50.000 Durchreibungen und seiner wissenschaftlichen Handbibliothek an die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart mit der Gewähr, über alle Unterlagen weiterhin verfügen und mit ihnen arbeiten zu können

1962
Verkauf von 131 Bänden der Kyriss'schen Inkunabel- und Handschriftensammlung - alle in repräsentativen Einbänden - an die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

1974
Ernst Kyriss stirbt am 3. August in Stuttgart

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Sammlung Wolfenbüttel

Die Herzog-August-Bibliothek hat im Rahmen ihrer Funktion als Bearbeitungszentrum für mittelalterliche Handschriften in Norddeutschland unter Leitung von Helmar Härtel mehr als 30 Jahre systematisch Einbände von Handschriften und Inkunabeln erfasst und durchgerieben.

Es wurden sowohl ganze Einbände als auch Einzelstempel berücksichtigt. Dabei entstand ein umfangreicher Zettelkatalog, der nach Erscheinen des Werkes von Ilse Schunke Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen (Berlin 1979-96) mit diesem verzahnt und terminologisch darauf ausgerichtet wurde.

Heute besitzt die HAB eine Sammlung von rund 4800 Durchreibungen von Einzelstempeln. Hinzu kommen 2250 Gesamtdurchreibungen.

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Durchgerieben wurden sowohl ganze Einbände als auch Einzelstempel.

Es entstand ein umfangreicher Zettelkatalog, der nach Erscheinen des Werkes von Ilse Schunke mit diesem verzahnt und terminologisch auf dieses ausgerichtet wurde. Heute besitzt die Herzog August Bibliothek einen Fundus von rund 4800 Einzelstempeldurchreibungen. Hinzu kommen 2250 Gesamtdurchreibungen von Einbänden, die einen Gesamteindruck der Gestaltung des Einbandes vermitteln.

Die Sammlung der Herzog August Bibliothek ergänzt die großen Stempelsammlungen in Berlin und Stuttgart. Zwischen dem Material der Herzog August Bibliothek und dem Schwenke-Schunkes gibt es nur eine geringe Schnittmenge.

Eine Untersuchung im Jahre 1996 zeigte, dass für 7409 Einzelstempel bei Schwenke-Schunke in der Wolfenbütteler Kartei nur 995 Entsprechungen vorhanden waren, während sich 2548 Stempel nicht bei Schunke fanden.

Der Schwerpunkt der Sammlung Kyriss in Stuttgart liegt demgegenüber im süddeutschen Raum - Kyriss hat insbesondere bayerische und würrtembergische Bibliotheken ausgewertet -, so dass bei einer Bearbeitung des Nachlasses von Kyriss, wie sie derzeit an der Württembergischen Landesbibliothek geschieht, keine bedeutenden Schnittmengen zu erwarten sind.

Erfasst wurden die gotischen Blindstempel aller spätmittelalterlichen Einbände aus niedersächsischen Bibliotheken mit Beständen an mittelalterlichen Handschriften, z. B. Bibliotheken aus Lüneburg, Hannover, Braunschweig, Hildesheim, Oldenburg, Emden.

Die Bestände der Herzog August Bibliothek sind noch nicht ganz bearbeitet. Hier wurden auch Einbände von Frühdrucken und Inkunabeln berücksichtigt.

Ihre Erfassung und Analyse ermöglicht Auskünfte über die Provenienz der Handschriften und Drucke, außerdem kann sie die regionale Forschung anregen, nach konkreten Buchbinderwerkstätten zu suchen. In Hildesheim waren v.a. die Reformklöster der Windesheimer und der Bursfelder Kongregation von besonderem Interesse. Bei ihnen waren die Skriptoriumsarbeit und die Buchbinderei hoch geschätzt, da diese den Reformanhängern am besten die Forderung nach Handarbeit zu erfüllen schien. Demgemäß wurde nicht nur für die eigene Bibliothek geschrieben und eingebunden, sondern man erfüllte auch auswärtige Aufträge. Und eine ganze Reihe derartiger Aufträge kam vom Hildesheimer Dombibliothekar, der sich bei seinem Bemühen um haltbare Einbände der Buchbinderei des Augustinerchorherrenstifts St. Bartholomäus auf der Sülte und des Lüchtenhofes bediente. Einbandforschung kann also auch dazu dienen, spezielle Formen klösterlicher Frömmigkeit zu erforschen.

 

Vita H. Härtel

1942
Helmar Härtel am 28. Mai in Breslau geboren

1962-1969
Studien der Geschichte und Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen und dem King's College London; Promotion über die Lollardischen Lehrelemente

seit 1974
wissenschaftlicher Bibliothekar an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; u. a. Erschließungsarbeiten zu mittelalterlichen Handschriften in Niedersachsen

1996-2007
Leiter der Abteilung für Handschriften, Inkunabeln und Sondersammlungen der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Veröffentlichungen H. Härtel

  • Herausgabe von Katalogen zu Handschriften fast aller großen Städte in Niedersachsen wie Lüneburg, Hannover, Hildesheim, Osnabrück, Oldenburg etc.
  • Kodikologische Untersuchungen zu mittelalterlichen Handschriften
  • Arbeiten zur Wolfenbütteler Bibliotheksgeschichte und zur Geschichte mittelalterlicher Bibliotheken in Niedersachsen

Bayerische Staatsbibliothek München

Sammlung München

Die BSB besitzt als größte deutsche Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln sowie aufgrund ihres umfangreichen Bestands an Drucken des 16. Jahrhunderts eine reiche Sammlung von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts. Da ein großer Anteil der Altbestände infolge der Säkularisation altbayerischer und schwäbischer Klöster in die Bibliothek kam, entstanden die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Einbände überwiegend in Buchbinderwerkstätten dieser Region.

Unter Ferdinand Geldner (1902-1989) wurde eine umfangreiche Sammlung von etwa 4150 Blättern mit über 7600 Durchreibungen von Leitstempeln spätgotischer Einbände sowie von zahlreichen weiteren Durchreibungen oft ganzer Einbände aufgebaut, darunter etwa 4000 Blätter mit Durchreibungen von spätgotischen und etwa 2800 mit Durchreibungen von Renaissance-Einbänden. Die Sammlungen sind bisher nur in internen Karteien rudimentär erschlossen.

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Die umfangreiche Sammlung von Einbanddurchreibungen wurde vor allem unter dem Buchhistoriker und Einbandkundler Ferdinand Geldner  (1902-1989), dem Leiter der Inkunabelsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek, aufgebaut.

Mit Ausnahme der Kriegsjahre und einiger Jahre an der Staatlichen Bibliothek Bamberg (1946-1951) verbrachte er sein ganzes Berufsleben in München und widmete sich dort vor allem der Inkunabel- und Einbandsammlung.

Im Zuge der Katalogisierung der Inkunabeln der Bayerischen Staatsbibliothek wurde die Sammlung kontinuierlich erweitert. Sie umfaßt heute etwa 4150 Blätter mit über 7600 Durchreibungen von (für bestimmte Werkstätten charakteristischen) Leitstempeln spätgotischer Einbände sowie zahlreiche weitere Durchreibungen oft ganzer Einbände, darunter etwa 4000 Blätter mit Durchreibungen von spätgotischen und etwa 2800 mit Durchreibungen von Renaissance-Einbänden. Die Sammlungen sind bereits grob nach Werkstätten oder Motiven geordnet und in internen Karteien rudimentär erschlossen. In der ersten Projektphase sollen die Leitstempelkartei sowie die zugehörigen Informationen zu Buchbinderwerkstätten, Trägerbänden, ihren Inhalten und Vorbesitzern in die Datenbank eingearbeitet werden.

Mit den Projekten in Berlin, Stuttgart und Wolfenbüttel bestehen allenfalls geringe Überschneidungen im Bereich des süddeutschen spätgotischen Einbands, da Ernst Kyriss mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts im Jahre 1938 keine planmäßige Erfassung der Einbände der Staatsbibliothek München durchführen konnte.

1902
Ferdinand Geldner am 8. Januar in Horsdorf bei Staffelstein (Oberfranken) geboren

1922-1926/27
Studium der Germanistik, Geschichte und Geographie in Freiburg i.Br., Leipzig und München

1927
2. Staatsexamen für das Lehramt

1928
 Eintritt als Referendar in die Bayerische Staatsbibliothek München
 Promotion bei Hermann Oncken

1929
Bibliothekarische Fachprüfung für den höheren Bibliotheksdienst

1930
Tätigkeit an der Landesbibliothek Speyer, dann Rückkehr an die Bayerische Staatsbibliothek

1940
Durchführung der Gutenberg-Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek

1941-1946
Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft

1946-1951
Tätigkeit an der Staatsbibliothek Bamberg

1951
Rückkehr an die Bayerische Staatsbibliothek

1953
Publikation von: Bamberger und Nürnberger Lederschnittbände. Festgabe der Bayerischen Staatsbibliothek für Karl Schottenloher. Mit einer Bibliographie der Veröffentlichungen Karl Schottenlohers von Otto Schottenloher. München: Zink, 1953.

1958
Publikation von: Bucheinbände aus elf Jahrhunderten. Bayerische Staatsbibliothek 1558-1958. München: Bruckmann, 1958.

1964
Publikation von: Die Buchdruckerkunst im alten Bamberg 1458/59 bis 1519. Bamberg: Meisenbach 1964, sowie Das Rechnungsbuch des Speyrer Druckherrn, Verlegers und Großbuchhändlers Peter Drach. In: AGB 5 (1964), Sp. 1-196.

1965
Direktor der Handschriften- und Inkunabelabteilung

1967
Pensionierung

1968
Publikation von: Die deutschen Inkunabeldrucker. Ein Handbuch der deutschen Buchdrucker des XV. Jahrhunderts nach Druckorten. 2 Bde. Stuttgart: Hiersemann 1968-1970.

1975
Publikation von: Der Türkenkalender. "Eyn manung der cristenheit widder die durken". Mainz 1454. Das älteste vollständig erhaltene gedruckte Buch, Rar. 1 der Bayerischen Staatsbibliothek. In Faks. hrsg. Wiesbaden: Reichert, 1975.

1978
Publikation von: Inkunabelkunde. Eine Einführung in die Welt des frühesten Buchdrucks. Wiesbaden: Reichert, 1978 (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 5)

1989
Ferdinand Geldner stirbt am 7. August

 

Zu den Standardwerken, die Ferdinand Geldner in dieser Zeit und noch während seines Ruhestands vorlegte, gehören:

  • Bamberger und Nürnberger Lederschnittbände. Festgabe der Bayerischen Staatsbibliothek für Karl Schottenloher. München: Zink, 1953.
  • Bucheinbände aus elf Jahrhunderten. Bayerische Staatsbibliothek 1558 -1958. München: Bruckmann, 1958. Die Buchdruckerkunst im alten Bamberg 1458/59 bis 1519. Bamberg: Meisenbach, 1964.
  • Die deutschen Inkunabeldrucker. Ein Handbuch der deutschen Buchdrucker des XV. Jahrhunderts nach Druckorten. 2 Bde. Stuttgart: Hiersemann, 1968-1970.
  • Inkunabelkunde. Eine Einführung in die Welt des frühesten Buchdrucks. Wiesbaden: Reichert, 1978 (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 5).

Über seine weiteren Publikationen und Lebensstationen informieren:

  • Irmgard Hofmann, Verzeichnis der Veröffentlichungen Ferdinand Geldners, 1930-1976/77. In: Bibliotheksforum Bayern 4 (1976), S. 253-275.
  • Fridolin Dressler, Dr. Ferdinand Geldner †. In: Bibliotheksforum Bayern 17 (1989),3, S. 365 - 367.
  • Hans-Joachim Koppitz, Nachruf auf Ferdinand Geldner (1902-1989). In: Gutenberg-Jahrbuch (1990), S. 380-381.

Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Sammlung Schunke

Die SBB-PK verfügt neben einem breiten Fundus an Originaleinbänden unterschiedlichster Epochen auch über große Durchreibungssammlungen von Bucheinbänden. Von besonderer Bedeutung ist die von Ilse Schunke aufgebaute Sammlung, die ca. 13.400 Durchreibungen enthält, die überwiegend nach regionalen Gesichtspunkten geordnet sind.

Anders als die auf ein bestimmtes Gebiet bezogenen Sammlungen in Stuttgart und Wolfenbüttel ist die Schunke-Sammlung geradezu global angelegt: fast das gesamte Spektrum europäischer Einbandkunst ist vertreten, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf dem deutschen, mit Rollen und Platten dekorierten Renaissance-Einband liegt.

Besonders umfassend dokumentiert sind außer den Einbänden der Palatina die Dresdner Bestände sowie der mittel- und ostdeutsche Raum. Auch zu wichtigen Buchbindern, Stechern und Sammlern liegen eigene Mappen vor.

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Von herausragender Bedeutung ist die von  Ilse Schunke  aufgebaute Sammlung, die ca. 13.400 Durchreibungen enthält.

Den Schwerpunkt bildet der deutsche Renaissance-Einband, d.h. Bucheinbände, die vorrangig mit Rollen und Platten geschmückt sind. Die darauf dargestellten Motive zeigen biblische Szenen, Porträts von Kaisern und Königen mit den entsprechenden Wappen, Bildnisse der Reformatoren, Tugenden oder sind rein ornamental verziert.

 Augsburg I 151 Durchreibungen
 Augsburg II 234 Durchreibungen
 Basel 123 Durchreibungen
 Bologna 208 Durchreibungen
 Braunschweig 81 Durchreibungen
 Bremen 49 Durchreibungen
 Breslau 223 Durchreibungen
 Dresden I (Alt-Dresden)26 Durchreibungen
 Dresden II (Herzogl. Bibl.) 6 Durchreibungen
 Dresden III (vor Krause) 110 Durchreibungen
 Dresden IV (Faust, Metzger, Weidlich) 94 Durchreibungen
 DresdenV (nach Krause) 219 Durchreibungen
 Dresden Vl (Werthern) 340 Durchreibungen
 Dresden VII 131 Durchreibungen
 Frankfurt I 52 Durchreibungen
 Frankfurt II 96 Durchreibungen
 Genf 177 Durchreibungen
 Hamburg 39 Durchreibungen
 Heidelberg I 142 Durchreibungen
 Heidelberg II 267 Durchreibungen
 Jena 49 Durchreibungen
 Köln I 228 Durchreibungen
 Köln II 234 Durchreibungen
 Königsberg 86 Durchreibungen
 Krakau I 97 Durchreibungen
 Krakau II 59 Durchreibungen
 Krakau III 203 Durchreibungen
 Leipzig 155 Durchreibungen
 Lübeck 39 Durchreibungen
 Lüneburg 53 Durchreibungen
 Magdeburg 83 Durchreibungen
 Mainz 65 Durchreibungen
 Merseburg siehe bei Torgau
 München 86 Durchreibungen
 Nürnberg 249 Durchreibungen
 Padua 123 Durchreibungen
 Paris 196 Durchreibungen
 Rom 361 Durchreibungen
 Salzburg 136 Durchreibungen
 Strassburg 132 Durchreibungen
 Stuttgart 128 Durchreibungen
 Torgau und Merseburg 78 Durchreibungen
 Trier (Rheinpfalz) 35 Durchreibungen
 Tübingen 87 Durchreibungen
 Venedig 349 Durchreibungen
 Wien 283 Durchreibungen
 Wittenberg I 80 Durchreibungen
 Wittenberg II 192 Durchreibungen
 Wittenberg III 35 Durchreibungen
 Würzburg 153 Durchreibungen

 Anhalt 44 Durchreibungen
 Böhmen 256 Durchreibungen
 Brandenburg 150 Durchreibungen
 Donaukreis I (Bayern) 130 Durchreibungen
 Donaukreis II (Schwaben) 224 Durchreibungen
 Elsass 12 Durchreibungen
 England 163 Durchreibungen
 Franken 29 Durchreibungen
 Frankreich 67 Durchreibungen
 Hessen 55 Durchreibungen
 Italien I 36 Durchreibungen
 Italien II 196 Durchreibungen
 Lausitz 38 Durchreibungen
 Mähren 133 Durchreibungen
 Mecklenburg 62 Durchreibungen
 Niederdeutschland (Emden) 71 Durchreibungen
 Niederlande 291 Durchreibungen
 Österreich1 26 Durchreibungen
 Pommem 29 Durchreibungen
 Rußland/Norden 17/57 Durchreibungen
 Schlesien 90 Durchreibungen
 Schweiz 53 Durchreibungen
 Spanien 36 Durchreibungen
 Steiermark Tirol 214 Durchreibungen
 Thüringen 68 Durchreibungen
 Ungarn 157 Durchreibungen
 Westfalen 196 Durchreibungen

  Fletcher 82 Durchreibungen
 Johann der Lemberger 68 (und ungezählte Blätter) Durchreibungen
 Johannes der Lithauer 81 Durchreibungen
 Lenoir 110 Durchreibungen
 NP I 149 Durchreibungen
 NP II 99 Durchreibungen
 Valentin von Pilsen 58 Durchreibungen
 Weischner, Lukas 75 Durchreibungen

 Anna 330 Durchreibungen
 Barberini 111 Durchreibungen
 Besonderes Material 45 Durchreibungen
 Blinddruck 77 Durchreibungen
 Buchführereinbände 101 Durchreibungen
 Deutsche Bände 64 Durchreibungen
 Domgymnasium Magdeburg 86 Durchreibungen
 Französische Bändchen 33 Durchreibungen
 Fugger 143 Durchreibungen
 Griechische Einbände 42 Durchreibungen
 Klöster 130 Durchreibungen
 Ludwig XII. 120 Durchreibungen
 Meerman-Phillipps-Sammlung 135 Durchreibungen
 Palatina 23 Durchreibungen
 Palatina I (Wappen) 83 Durchreibungen
 Palatina II 206 Durchreibungen
 Palatina III 41 Durchreibungen
 Palatina IV 207 Durchreibungen
 Palatina V 359 Durchreibungen
 Palatina VI (Schwed. Einbände) 94 Durchreibungen
 Sondersammlungen 141 Durchreibungen
 Unbekannt 35 Durchreibungen
 Wotton 32 Durchreibungen
 Zentralbibliothek Solothurn 130 Durchreibungen
 Zu bestimmen Moritzburg 44 Durchreibungen

1892
Ilse Gertrud Schunke am 30. Dezember in Dresden geboren

1899-1908
Unterricht an der Höheren Töchterschule in Blasewitz bei Dresden und an der Elisabethenschule in Dresden

1908
Reifeprüfung an der Dreikönigsschule in Dresden-Neustadt

1912-1914
Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Literatur in Freiburg i. Br., München, Kiel und Leipzig

1913-1920
Besuch der Universität in München; Dissertation im Fach Geschichte bei Prof. Marcks zum Thema "Beiträge zur Politik des Kurfürsten Christian I. von Sachsen 1586-1591, vornehmlich in den Jahren 1586/89"

1916
Arbeit am Hauptstaatsarchiv in Dresden

1921-1923
Volontärin an der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden

1922
Staatsprüfung für das höhere Lehramt in Leipzig

1923
wissenschaftliche Hilfsarbeiterin an der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden (Zusammenarbeit mit Konrad Haebler)

1928
einbandkundliche Studienreise durch Süddeutschland
Publikation von: Konrad Haebler: Rollen- und Plattenstempel des XVI. Jahrhunderts. Unter Mitwirkung von Ilse Schunke. Bd. 1.2. Leipzig 1928-29 (Sammlung bibliothekswissenschaftlicher Arbeiten; 41)

1929-1937
stellvertretende Direktorin an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

1937
wegen des Einsatzes für jüdische Leser vom Dienst suspendiert

1945
Mitarbeit bei Rückführung der nach Schloss Wesenstein ausgelagerten Zimelien der Sächsischen Landesbibliothek Dresden

1949
Ablehnung der Wiederaufnahme einer Anstellung an der Sächsischen Landesbibliothek aus gesundheitlichen Gründen

1938-1961
freischaffend in Dresden (130 einbandkundliche Veröffentlichungen; Studienaufenthalte in Venedig, Padua, Bologna, Florenz, Neapel, London, den Niederlanden, Dänemark, Graz, Budapest, Prag, Wien, Rom)

1959
Publikation von: Studien zum Bilderschmuck der deutschen Renaissance-Einbände. Wiesbaden 1959 (BBBW ; 8)

1962-1978
freiberufliche Mitarbeit bei der Katalogisierung wertvoller Bucheinbände der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin

1962
Publikation von: Schunke, Ilse: Die Einbände der Palatina in der Vatikanischen Bibliothek. Bd. 1.2. Città del Vaticano 1962 (Studi e testi; 216-218)

1965-1970
Leitung von Kursen zur Einbandkunde in Berlin, Gotha, Dresden

1969
Leitung eines Restaurierungskurses in Ascona (zusammen mit Willy Thamm)

1969
Studienaufenthalt in Zürich

1974
Publikation von: Einführung in die Einbandbestimmung. Leipzig 1974 (Studienblätter für Einbandtechnik und Gestaltung; 5)

1979
Publikation von: Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen: nach Motiven geordnet und nach Werkstätten bestimmt und beschrieben. Berlin 1979-1996 [ Teil 2: fortgeführt von Konrad von Rabenau]
am 1. Dezember in Dresden gestorben

 

  • Kunze: H.: Ilse Schunke 70 Jahre. In: ZfB 76, 1962, S. 545-548
  • Wendt, B.: Zum 70. Geburtstag der Einbandforscherin Dr. Ilse Schunke. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Frankfurter Ausg., 1962, S. 2262-2263
  • Bibliographie der Veröffentlichungen von Ilse Schunke: In: Einbandstudien. Ilse Schunke zum 80. Geburtstag am 30. Dezember 1972 gewidmet. Berlin 1972, S. 9-20
  • Kunze: Der Einbandforscherin Dr. Ilse Schunke zum 80. Geburtstag. In: Marginalien 48, 1972, S. 1-2
  • Lülfing, H.: Ilse Schunke zum 80. Geburtstag. In: GJ 1973, S. 461-463
  • Schmidt-Künsemüller, F. A.: Ilse Schunke in memoriam. In: ZfBB 26, 1979, S. 249-250
  • Kunze, H.: Nachruf auf Ilse Schunke: In: Marginalien 75, 1979, S. 65-68
  • Geldner, F.: Ilse Schunke – ein Leben für die Erforschung des europäischen Bucheinbandes. In: Buchhandelsgeschichte 1979, S. B 114-B116
  • Fritzsche, H.-J.: Erster Todestag der DDR-Einbandforscherin und Bibliothekarin Ilse Schunke. In: Bibliographische Kalenderblätter der Berliner Stadtbibliothek 22, 1980, H. 3, S. 1-7
  • Staub, Kurt Hans: Ilse Schunke in memoriam. Dresden 30.12.1892–-1.3.1979. In: GJ 1980, S. 367-369
  • Mscr.Dresd.App. 2718: Spezialkatalog zum schriftlichen Nachlass. Zusammengestellt von Kathrin Umbreit und Kerstin Schellbach. Dresden 2001 (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)

 

Sammlung Schwenke

Zu den wichtigen Sammlungen, die in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt werden, gehört auch die von Paul Schwenke (1853-1921) bereits am Ende des 19. Jahrhunderts in Königsberg begonnene und in seiner Berliner Zeit bis zu seinem Tode fortgeführte Sammlung von Durchreibungen spätgotischer Bucheinbände.

Heute wird die Schwenke-Sammlung im Magazin der Handschriftenabteilung, Referat Inkunabeln der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt. Sie umfasst rund 4440 Durchreibungen (Blatt) mit ca. 7500 Werkzeugen, darunter überwiegend Stempel, nur wenige Rollen und Platten. Die Sammlung ist durch den gedruckten "Schwenke-Schunke" (Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen, 2 Bde, Berlin 1979-96) in Ansätzen erschlossen. Das von Schwenke geplante und von Ilse Schunke und Konrad von Rabenau bearbeitete Druckwerk weist aus heutiger Sicht zahlreiche dublette Stempel, Fehlzuschreibungen von Werkzeugen und fehlerhafte wie fragliche Lokalisierungen von Werkstätten auf, die bei der Erfassung in der Einbanddatenbank unter Hinzuziehung der Forschungsliteratur eine eingehende Überprüfung erfahren.

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Die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz besitzt neben einer bedeutenden Einbandsammlung wichtige Durchreibungssammlungen von Einbänden des 15. und 16. Jahrhunderts.

Während die Sammlungen von Ilse Schunke und Konrad von Rabenau primär den Bereich des Renaissanceeinbandes abdecken, spiegelt die Schwenke-Sammlung die Einbandkunst der Spätgotik wider. Sie geht zurück auf den Inkunabel- und Einbandforscher Paul Schwenke (1853-1921), der bereits im Jahre 1895 Forderungen nach einem Gesamtregister aller in Bibliotheken mit Altbeständen durchgeriebenen Einbandstempel erhob.

Diese Forderungen trug Schwenke 1898 in Dresden mit dem Vortrag "Zur Erforschung der deutschen Bucheinbände des 15. und 16. Jahrhunderts" in Fachkreisen vor. Als Zentrale für ein derartiges Vorhaben war das Germanische Museum in Nürnberg vorgesehen.

Sein Appell für ein gemeinsames Vorgehen blieb jedoch zunächst ungehört, so dass Schwenke sich entschloss, die Aufgabe selbst zu übernehmen.

Im Jahre 1899 als Direktor der Druckschriftenabteilung an die Königliche Bibliothek zu Berlin berufen und 1906 zum Ersten Direktor neben Adolf von Harnack ernannt, nutzte er neben den Berliner Beständen auf zahlreichen Urlaubsreisen jede freie Minute, um seine Stempelsammlung auszubauen. Mit Unterstützung seiner Frau, die ihm vor allem beim Anfertigen der Durchreibungen half, trug er bis zum Ende seiner Amtszeit Stempel- und Einbanddurchreibungen aus ganz Deutschland zusammen. Viele der in ihr enthaltenen Durchreibungen wurden von Handschriften- und Inkunabeleinbänden angefertigt, die heute zu den Kriegsverlusten gerechnet werden müssen.

Schwenkes Vorhaben, die gesamte Sammlung nach seiner Pensionierung zu publizieren, wurde durch seinen plötzlichen Tod 1921 verhindert, nur wenige Monate nach Ende seiner Amtszeit. Der Ankauf durch die Preußische Staatsbibliothek Berlin erfolgte 1926. Vom Umfang her umfasste die Sammlung 10 Kästen mit Durchreibungen von Einzelstempeln auf Karteizetteln, die mit Aufbewahrungsort mit entsprechenden Bibliotheks- und Signaturenangaben bezeichnet waren, sowie 10 Kästen mit Teil- und Gesamtdurchreibungen von Bucheinbänden. Die von Schwenke angelegten Mappen waren beschriftet und mit regionaler Bestimmung der Werkstätten versehen. Hierbei hatte sich Schwenke unter Verzicht auf länderspezifische Zuweisungen für eine Einteilung nach Städten entschieden, um Überschneidungen zu vermeiden und ein rasches Auffinden des Materials zu ermöglichen.

Andere bibliothekarische Interessen und die Wirren des Zweiten Weltkrieges brachten die bereits von Schwenke gefassten Pläne zur Veröffentlichung seiner Sammlung in den kommenden Jahrzehnten vorläufig zum Erliegen.

Erst 1965 übernahm die renommierte Einbandforscherin Ilse Schunke (1892-1979) im Auftrag der Staatsbibliothek zu Berlin unter ihrem Direktor Horst Kunze die schwierige Publikationsaufgabe. Für den 1979 veröffentlichten Band I (Motive) orientierte sie sich an den von Schwenke vorgegebenen Angaben, die eine alphabetische Ordnung der Motive vorsah, ohne sich jedoch davon abhängig zu machen. Damit war das Stempelmaterial erstmals zitierfähig. Bis zu ihrem Tod 1979 konnte sie auf dieser Grundlage den Band II (Werkstätten) vorbereiten, der neben der Auflistung der Stempel und Belege Literatur sowie eine nähere Bestimmung der Werkstatt liefern sollte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Artikel Aachen bis Tübingen fertig gestellt.

 

1853
Georg Paul Schwenke am 20.3. in Langendembach (Thüringen) geboren

1865-1870
erster Unterricht in der Dorfschule, der Vater unterweist ihn in den alten Sprachen; danach Besuch des Gymnasiums in Eisenach

1870-1874
Studium der Theologie und Klassischen Philologie in Leipzig; Fortsetzung des Studiums der Klassischen Philologie in Breslau und Jena

1874
Promotion zum Doktor der Philosophie in Jena über das Thema De Ciceronis librorum de deorum natura fontibus graecis (1879 gedruckt)

1875
"außerordentlicher Hilfsarbeiter" an der Universitätsbibliothek Greifswald
Prüfung für das höhere Lehramt

1879
Kustos an der Landesbibliothek Kiel

1887
Unterbibliothekar an der Universitätsbibliothek Göttingen

1893
Adressbuch der Deutschen Bibliotheken (10. Beiheft des Zentralblatts für Bibliothekswesen)

1893-1899
Leiter der Universitätsbibliothek in Königsberg

1895
fordert er die Einrichtung eines Gesamtregisters aller in Bibliotheken mit historischen Buchbeständen durchgeriebenen Einbandstempel

1898
Vortrag auf der 44. Philologenversammlung zu Dresden Zur Erforschung der deutschen Bucheinbände des 15. und 16. Jahrhunderts
Versuch eine zentrale Sammelstelle von Durchreibungen von Einbänden und deren Werkzeugen am Germanischen Museum in Nürnberg einzurichten

1899
Direktor der Druckschriftenabteilung an der Königliche Bibliothek zu Berlin
Mitbegründer und erster Vorsitzender des "Vereins Deutscher Bibliothekare"

1900 ff.
druckgeschichtliche Arbeiten zu den Anfängen des Buchdrucks und der Gutenbergfrage

1902 ff.
Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken

1903-1914
Planung des Neubaus Unter den Linden maßgeblich Schwenkes Werk

1904-1921
Herausgeber des Zentralblatts für Bibliothekswesen

1906
Erster Direktor der Königlichen Bibliothek zu Berlin, in dieser Position war Schwenke "als Techniker" neben Karl Gustav Adolf v. Harnack für den inneren Bibliotheksbetrieb arbeitsteilig zuständig

1908
Der Neubau der Königlichen Bibliothek zu Berlin. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 25, 1908, S. 262-263

1912
 USA-Reise (Osten u. Mittelwesten der Vereinigten Staaten)

1913
Die zweiundvierzigzeilige Gutenberg-Bibel. Nach dem Pergament-Exemplars der Kgl. Bibliothek zu Berlin und dem der Ständ. Landesbibliothek in Fulda. Bd. 1: Faks.-Ausg. (d. Ausg. Mainz 1543-55). Leipzig: Insel-Verlag, 1913

1914
Die zweiundvierzigzeilige Gutenberg-Bibel. Nach dem Pergament-Exemplars der Kgl. Bibliothek zu Berlin und dem der Ständ. Landesbibliothek in Fulda. Bd. 2 Faks.-Ausg. (d. Ausg. Mainz 1543-55). Leipzig: Insel –Verlag,1914
Die Einweihung der neuen Königlichen Bibliothek zu Berlin. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 31, 1914, S. 147-162

1919
Die Buchbinder mit dem Lautenspieler und dem Knoten. In: Wiegendrucke und Handschriften. Festgabe Konrad Haebler zum 60. Geburtstag. Leipzig: Hiersemann, 1919, S. 122?144

1921
Die Bibliothek als Ganzes: In: Fünfzehn Jahre Königliche und Staatsbibliothek. Dem scheidenden Generaldirektor Adolf von Harnack zum 31. März 1921 überreicht von den wissenschaftlichen Beamten der Preußische Staatsbibliothek. Berlin: Preußische Staatsbibliothek, 1921, S. 1-10
Mainzer Donatdrucke der Staatsbibliothek. Ebd., S. 31-36
Pensionierung (21.4.)
am 19.12. in Berlin gestorben

 

  • Degering, Hermann: Paul Schwenke zum Gedächtnis. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 39, 1922, S. 1-24
  • Paul Schwenke, Bibliothekar und Buchwissenschafter. Beiträge des Symposions in der Herzog August Bibliothek am 29. und 30. November 2004. Wiesbaden, 2005 (Bibliothek und Wissenschaft; 38) ; dort zu Leben und Werk Schwenkes u. a.:
    • Boerner-Schwenke, Peter: Paul Schwenke zwischen Amt und Zuhause, a. a. O., S. 5-28
    • Schochow, Werner: Paul Schwenke als Bibliothekar, Bibliothekspolitiker und Buchwissenschaftler, a. a. O., S. 207-220
    • Rabenau, Konrad von: Paul Schwenkes Beitrag zur Methodik der Einbandforschung und seine Wirkung auf die Erforschung der deutschen Einbände des 15. und 16. Jahrhunderts, a. a. O., S. 99-141
    • Siller, Sascha: Schriftenverzeichnis Paul Schwenke : chronologische Bibliographie der Schriften von Paul Schwenke / zusammengestellt von Sascha Siller, a. a. O., S. 151-173

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Sammlung Darmstadt

In der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (bis 2003 Hessische Landes- und Hochschulbibliothek) sind aufgrund der dortigen Tradition der Handschriftenkatalogisierung unter der Leitung von Hermann Knaus (Abteilungsleiter von 1947-1966) und Kurt Hans Staub (Abteilungsleiter von 1967-1998) seit über 40 Jahren Einbanddurchreibungen angefertigt worden.

Entstanden sind daraus Karteien der Werkzeuge, geordnet nach Belegeinbänden, Provenienzen und Motiven. Die Motivterminologie orientiert sich an Schwenke-Schunke, enthält jedoch auch abweichende, individuelle Bezeichnungen.

Der Gesamtbestand umfasst ca. 10.000 Durchreibungen von Einzelwerkzeugen, wobei der Schwerpunkt auf den spätgotischen Einbänden liegt.

Von dem Buchbestand des 17. Jahrhunderts ist eine beachtliche Menge an Werkzeugen noch nicht durchgerieben.

Innerhalb der Sammlung Darmstadt sind sowohl Durchreibungen von Einzelstempel als auch Rollen und Platten vorhanden, wobei die Einzelstempel den überwiegenden Anteil ausmachen.

Die Provenienzen bilden im Wesentlichen die Bestandsgeschichte der ehemaligen Hessen-Darmstädtischen Hofbibliothek ab, deren Zuwächse aus der Säkularisation aus südhessischem und westfälischem Klosterbesitz durch die Kölner Sammlung Hüpsch ergänzt wurden.

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1907
am 19. August in Lutterbach/Elsass geboren

1927
Abitur in Gießen

1927 - 1934
Studium der Geschichte, deutschen u. klassischen Philologie u. Geographie an den Universitäten Gießen und Göttingen

1934
Volontär an der Universitätsbibliothek Gießen

1937
Staatsprüfung und Antritt einer Stelle als Hilfsbibliothekar an der Stadtbibliothek Trier

1939
Einberufung

1946
Bibliotheksrat an der Landesbibliothek Darmstadt

1966 - 1972
Direktor der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin
 

 

  • Darmstädter Handschriftenkataloge Bd. 1 - 4
  • zahlreiche kodikologische Veröffentlichungen mit deutlichem Schwerpunkt auf der Einbandkunde

1933
am 27. April in Elgershausen/Kreis Kassel geboren
Studium der Germanistik, Latinistik und Geschichte in Marburg, Berlin und Pavia/Italien.

1962
Studienreferendar im Schuldienst; Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Universität Palermo

1965
Referendar an der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt

1967 - 1998
Leitung der Handschriftenabteilung

 

  • Darmstädter Handschriftenkataloge Bd. 4 - 6
  • zahlreiche kodikologische Veröffentlichungen mit deutlichem Schwerpunkt auf der Einbandkunde

Universitätsbibliothek Rostock

Sammlung Floerke

Im Besitz der Universitätsbibliothek Rostock befindet sich der wissenschaftliche Nachlass von Anna Marie Floerke. Dieser enthält neben Korrespondenzen und Notizen zur Buch- und Bibliotheksgeschichte eine Sammlung von etwa 1.000 Durchreibungen mecklenburgischer Bucheinbände des 16. Jahrhunderts.

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Bestände der Universitätsbibliothek Rostock und der Mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin sowie einige Einbände aus kleineren mecklenburgischen Stadt- und Schulbibliotheken.

Anna Marie Floerke erfasste die Einbände systematisch, wobei sie sich an der Methodik von Ilse Schunke und Konrad Haebler orientierte und die Durchreibungen nach Motiven, Buchbindern und Fundorten zusammenstellte. Die Ergebnisse Ihrer Forschungen hat Anna Marie Floerke in zwei Aufsätzen veröffentlicht.

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1887
Anna Marie Floerke wird am 4. Januar in Schwerin geboren
Besuch der höheren Töchterschule und später des Lehrerinnenseminars in Rostock

1907
Lehrerin für englische und französische Sprache

1908
Lehrbefähigung für Volks-, Bürger- und höhere Mädchenschulen, in den folgenden Jahren Privatlehrerin in Rostock

1913
Erwerb des humanistischen Reifezeugnisses in Güstrow

1913-1918
Studium der Germanistik, Geschichte und der Klassischen Philologie in München und Rostock

1918
Promotion an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock zum Thema "Johann Rist als Dramatiker"

1920-1922
Volontärin an der Universitätsbibliothek Rostock, unterbrochen durch ein viermonatiges Praktikum an der Deutschen Bücherei Leipzig

1921
Staatsexamen

1923
Anstellung an der Bibliothek der Ritter und Landschaft in Rostock, die jedoch kurze Zeit später wegen Änderungen der Staatsstruktur in die Universitätsbibliothek Rostock eingegliedert wird

1924
Wegen guter Kenntnisse der aufgelösten Bibliothek Anstellung an der UB Rostock als "Hilfsarbeiterin"
Ständige Bemühungen um eine wissenschaftliche Stelle in Rostock scheitern, weil sie die notwendige Fachprüfung für den wissenschaftlichen Bibliotheksdienst durch ein Missverständnis nicht abgelegt hatte

1929-1948
Anstellung an der Mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin; in amtlichen Zeugnissen wird ihr "eine lebhafte Beschäftigung in Überstunden mit Studien über den alten Bucheinband" bescheinigt

1930
Erste Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse in: Archiv für Buchbinderei: "Mecklenburgische Bucheinbände im 16. Jahrhundert"

1937
Ein vertiefender Aufsatz Die ersten Buchbinder in Mecklenburg-Schwerin in: Beiträge zum Rollen- und Platteneinband im 16. Jahrhundert, Konrad Haebler zum 80. Geburtstag folgt

1949
Bibliothekskundlicher Unterricht in Schwerin

1948-1960
Als freiwillige Mitarbeiterin im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin baut sie die dortige Bibliothek auf

1961
Anna Marie Floerke stirbt am 21. März in Schwerin

     

    • Floerke, Anna Marie: Mecklenburgische Buchbinder im 16. Jahrhundert. In: AfB 30, 1930, S. 109-111
    • Dies.: Die ersten Buchbinder in Mecklenburg-Schwerin. In: Beiträge zum Rollen- und Platteneinband im 16. Jahrhundert. Leipzig 1937 (Reprint Wiesbaden 1969), S. 242-273
    • Grewolls, Grete: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Bremen, 1995
    • Rabenau, Konrad von: Anna Marie Floerke - Erforscherin der mecklenburgischen Bucheinbände des 16. Jahrhunderts. In: Stier und Greif 6 (1996) S. 39-41
    • Ders.: Die Sammlung von Einbanddurchreibungen von Anna Marie Floerke in Rostock. In: Einbandforschung 1, 1997, S. 9-11

    Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg, Evangelisches Predigerseminar

    Sammlung Evangelisches Predigerseminar

    Zur Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars, die Teil der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek Wittenberg ist,  gehört eine Sammlung von Durchreibungen der Einbände ihres Altbestandes. Dieser umfasst Teile der alten Universitätsbibliothek , die 1817 nach der Schließung der Universität und ihrer Zusammenführung mit der Universität in Halle/S. dem neu gegründeten Predigerseminar in Wittenberg zugesprochen wurden, sowie  im Lauf der Jahre hinzugekommene Neuerwerbungen.

    Von ca. 5000 Bänden liegen Durchreibungen vor, von denen jedoch nur ca. 3500 für die Einbanddatenbank geeignetes Material aufweisen. In einem etwa zehnjährigen Arbeitsvorhaben (ca. 1998-2009) wurden die Durchreibungen von Konrad von Rabenau und Mitarbeitern der Bibliothek angefertigt. Es folgte die Bestimmung der Einbände durch Konrad von Rabenau nach den Repertorien von Ernst Kyriss, Ilse Schunke und Konrad Haebler sowie anhand des Materials im Einbandarchiv von Rabenau. Außerdem wurde die Erfassung und Identifizierung der Provenienzen in einer neu angelegten Kartei durch die Bibliotheksmitarbeiter vorgenommen. Dabei wurde auf die Erschließung wichtiger oder interessanter handschriftlicher Eintragungen und Texte besonderer Wert gelegt.

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    Dekorierte Bände im Altbestand der Bibliothek stammen aus dem Wittenberger Franziskanerkloster – hier besonders aus dem Nachlass des Meissner Domherren D. Thammo Löser, aus der Bibliothek der Augustiner-Eremiten, aus der alten Universitätsbibliothek sowie aus dem Besitz  Heinrich Leonhard Heubners (1780-1853), der zum Gründungsdirektorium des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg gehörte.

    Einige Einbände sind von besonderer historischer oder künstlerischer Bedeutung, wie zum Beispiel Bände aus dem Besitz oder mit handschriftlichen Eintragungen verschiedener Reformatoren (Martin Luther, Philipp Melanchthon, Justus Jonas, Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt), Einbände für den Bibliophilen Nicolaus von Ebeleben, für den Hallenser Seidensticker Hans Plock sowie Einbände der Dresdener kursächsischen Hofbuchbinder Jakob Krause, Caspar Meuser und der ihnen nachfolgenden Hofwerkstatt.

    Die Provenienzkartei erfasst Personen, Institutionen, Initialen, Wappen und Monogramme. Von vielen Büchern lassen sich durch die Provenienzen oder Supralibros Gruppen bilden, welche die aus dem Besitz verschiedener Personen stammenden Bände zusammenführen, zum Beispiel: Jeremias Deutschmann  Theodor Dassow, Theodor Dieterich (Theodoricus), Samuel Knauth (Canuthius) Georg Tisenius. Bände, die einer Institution zuzuordnen sind, stammen u.a. aus der Universitätsbibliothek Wittenberg, dem Prämonstratenserkloster Roth, dem Benediktinerkloster Ammensleben, der Berliner Theologischen Gesellschaft und dem Königlichen Militär-Waisenhaus Potsdam. Mit Wappen verzierte Bände werden in der Kartei den Wappeneignern zugeordnet, identifizierte Monogramme den identifizierten Personen.

    • Rabenau, Konrad von: Einbandkunst in der Reformationszeit, in: Kunst der Reformationszeit. Katalog zur Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin im Alten Museum vom 26. August bis 13. November 1983. Berlin 1983, S. 344-348, 350, 354-355, 403, 408, 415-417.
    • Rabenau, Konrad von: Caspar von Köckritz – ein aktiver „Laie“ in der Reformationszeit, in: „Dem Wort nicht entgegen …“ . Aspekte der Reformation in der Mark Brandenburg. Hrsg. Hans-Ulrich Delius [u.a.]. Berlin 1988, S. 98-110.
    • Rabenau, Konrad von: Deutsche Bucheinbände der Renaissance um Jakob Krause, Hofbuchbinder des Kurfürsten August I. von Sachsen. [Ausstellungskatalog]. Textband unter Mitarb. Von Susanne Rothe und Andreas Wittenberg. Bruxelles 1994. Bildband mit Aufnahmen von Sylvia-Marita Plath und Regine Richter. Schöneiche bei Berlin 1994, Nr. 44-48.
    • Rabenau, Konrad von: Wittenberger Einbandkunst im  16. Jahrhundert. Vier Beobachtungen, in: 700 Jahre Wittenberg. Stadt, Universität, Reformation. Im Auftrag der Lutherstadt Wittenberg hrsg. von Stefan Oehmig. Weimar 1995, S. [365]-384.
    • Schulz, Erika: Bücher aus den beiden Wittenberger Klosterbibliotheken in der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars, in: 700 Jahre Wittenberg. Stadt, Universität, Reformation. Im Auftrag der Lutherstadt Wittenberg hrsg. von Stefan Oehmig. Weimar 1995, S. [519]-534.
    • Rabenau, Konrad von: Ergänzungen und Korrekturen zu Haebler/Schunke. Ein Band mit dem Wappen des Georg von Ebeleben. (Zu Haebler II 221, 8), in: Einband-Forschung H. 7(2000), S. 40-41.
    • Rabenau, Konrad von: Der Seidensticker Hans Plock und seine deutsche Bibel von 1478 in der Marienbibliothek, in: 450 Jahre Marienbibliothek zu Halle an der Saale. Kostbarkeiten und Raritäten einer alten Büchersammlung. Hrsg. Heinrich L. Nickel. Halle an der Saale 2002, S. 81-93.
    • Bethge, Katharina; Rabenau, Konrad von: Ergänzungen und Korrekturen zu Haebler/Schunke. Zur Wappenplatte der Stadt Boleslaw = Bunzlau aus der Werkstatt N.G. (Zu Haebler I 154-155, R. 2; P I,IV), in: Einband-Forschung H. 17(2005), S. 51-54.
    • Rabenau, Konrad von: Der Buchbinder des Thammo Löser, in: Buchwesen in Spätmittelalter und früher Neuzeit. Festschrift für Helmut Claus zum 75. Geburtstag. Hrsg. Ulman Weiß. Epfendorf/Neckar 2008, S. 25-38.
    • Bethge, Katharina; Lange, Stephan; Rabenau, Konrad von: Die Erfassung und Bestimmung der dekorierten Einbände der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg, in: Einband-Forschung H. 25(2009), S. 47-49.
    • Bethge, Katharina: Ein niederländischer Stickerei-Einband des frühen 17. Jahrhunderts in der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg, in: Einband-Forschung H. 28(2011), S. 69—72.
    • Bethge, Katharina; Rabenau, Konrad von: Ergänzungen und Korrekturen zu Haebler/Schunke. Der für die Landesschule Pforta (Schulpforte) tätige Buchbinder H.H./N.W. (Zu Haebler I 183 und I 497), in: Einband-Forschung H. 30(2012), S. 75-81; dazu Korrektur in: Einband-Forschung H. 35(2014), S. 35.
    • Bethge, Katharina; Rabenau, Konrad von: Die Bücher des Mediziners Georgius Tisenius in der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars in Wittenberg, in: Einband-Forschung H. 33(2013), S. 10-34.
    • Hageböck, Matthias: Weitere Ebeleben-Einbände aus der Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars in Wittenberg, in: Einband-Forschung H. 39(2016), S. 30-34.